aus der Aachener Zeitung vom 05.02.2013, Text: Tim Habicht, Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Staunend schauen rund 300 Grundschülerinnen und -schüler sowie Eltern auf die Bühne in der Aula Carolina. Dort steht ein Mann in einem lila Anzug und schwenkt eine große Schleuder um seinen Kopf. Auf der Platte in der Mitte dieser Schleuder steht ein volles Glas Wasser – die Schülerinnen und Schüler wundern sich zum größten Teil, warum nichts aus dem Gefäß hinaus spritzt.

4922382.jpg

„Das nennt man Fliehkraft oder auch Zentrifugalkraft“, erklärt der Mann im lila Anzug. Er gehört zu Deutschlands größter Wissenschafts-Comedy-Gruppe „Die Physikanten & Co.“ und bringt den Kindern spielend Geheimnisse der Naturwissenschaften im Rahmen eines Präsentationsnachmittags am Kaiser-Karls-Gymnasium (KKG) bei.

Denn Physik, Biologie und Co. haben oftmals einen schweren Stand im Schulunterricht. Schwierig, praxisfern und schlichtweg langweilig – diese Vorurteile haften seit jeher an den Naturwissenschaften. Das KKG setzt sich dafür ein, dass sich dies ändert. „Direkt ab der 5. Klasse fördern wir das Interesse an den Naturwissenschaften“, sagt Dr. Renate Schwab, Koordinatorin der MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. „Bei uns können die Kinder abseits der normalen Fächer ganz ohne Leistungsdruck experimentieren und somit eine exzellente Förderung erhalten. Durch Vorträge, Experimente oder praxisbezogene Projekte möchten wir die Naturwissenschaften attraktiv und interessant machen“, so Schwab weiter.

Das gelingt in der Aula Carolina blendend. Fachvorträge von Wissenschaftlern der RWTH zu den Themen Stammzellenforschung, Kristallstrukturanalyse, medizinische Nanotechnik und Nanoswitches runden das Programm ab und sind vor allem für die älteren Schüler interessant. Dass auch junge Schüler Freude an den Naturwissenschaften haben, dafür sorgen die „Physikanten und Co.“ auf der Bühne mit spannenden Experimenten und wissenswerten Informationen.

Lena Özman ist zwar schon in der Oberstufe des KKG, findet aber dennoch Gefallen am Auftritt der Comedy-Wissenschaftler: „Sie stellen naturwissenschaftliche Phänomene auf eine andere, witzige und vor allem für jüngere Schüler verständliche Art dar.“

Dass Deutschlands größte Wissenschafts-Comedy-Gruppe gerade in der Aula Carolina anwesend ist, ist kein Zufall. Denn das KKG hat im Rahmen eines seit 2003 jährlich stattfindenden Wettbewerbs, der durch die Stawag veranstaltet wird, den ersten Platz mit seinen Projekten „Klima aktiv“ und „Ingenieure ohne Grenzen“ belegt. Corinna Bürgerhausen, Pressesprecherin der Stawag, äußert sich zum Abend der Naturwissenschaften: „Das Engagement der Schüler an diesem Wettbewerb zeigt, dass Projekte zum Umwelt- und Klimaschutz gut ankommen.“