Prof. Peter Hegemann (Abitur 1974) wurde am 05.10.26 der Nobelpreis für Medizin zugesprochen.

Im letzten Jahrbuch des KKG konnte man ihn noch auf einem Foto sehen, denn Peter Hegemann feierte 2024 sein 50-jähriges Abiturjubiläum und traf sich aus diesem Anlass mit 13 weiteren Mitschülern seiner OIa. Franz-Josef Eck hielt seinerzeit das Treffen in einem Artikel fest.

Nun erhält der ehemaliger Pennäler unserer Schule den Nobelpreis für Medizin. Und das obwohl er nicht allzugerne zur Schule gegangen ist. Die alten Sprachen und Geschichte mochte er nicht so sehr und es kam ihm sinnlos vor, Daten über griechische oder römische Kriege zu lernen. Chemie, Physik und Biologie lagen ihm damals schon mehr, daneben aber auch Kunst und Musik.

Umso mehr wird er sich darüber freuen, dass das KKG heute mit seinem 3 Säulen Modell sowohl die Schülerinnen und Schüler abholt, die sich mehr für Naturwissenschaften interessieren, als auch die musisch begabten Jugendlichen.

Die OIa von 1974 beim Jubiläumstreffen 2024.
Dritter von rechts: Prof. Peter Hegemann

Nach dem Abitur studierte Hegemann ab 1975 zunächst Chemie in Münster und wechselte später an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er sich auf Biochemie spezialisierte. 1984 promovierte er am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Syracuse University in den USA leitete er dort eine eigene Forschungsgruppe. 1993 wurde er Professor für Biochemie an der Universität Regensburg, seit 2005 forscht und lehrt er als Professor für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Im Mittelpunkt seiner Forschung stehen lichtempfindliche Proteine von Mikroalgen. Gemeinsam mit Georg Nagel entdeckte und charakterisierte Hegemann sogenannte Kanalrhodopsine. Diese Proteine reagieren auf Licht und können dazu genutzt werden, die Aktivität von Zellen gezielt zu steuern. Aus diesen Arbeiten entstand die Optogenetik, mit deren Hilfe sich beispielsweise einzelne Nervenzellen im Gehirn durch Licht ein und ausschalten lassen. Die Methode hat die moderne Hirnforschung grundlegend verändert und eröffnet neue Möglichkeiten, neuronale Netzwerke sowie neurologische und psychiatrische Erkrankungen zu untersuchen.

Für seine Forschung erhielt Peter Hegemann zahlreiche bedeutende Auszeichnungen, darunter 2013 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, 2020 den Shaw Prize und 2021 den Albert Lasker Basic Medical Research Award. Am 5. Oktober 2026 folgte schließlich die höchste wissenschaftliche Ehrung: Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik, den er am 10. Dezember 2026 gemeinsam mit Georg Nagel und Karl Deisseroth erhalten wird.

Für das Kaiser-Karls-Gymnasium und seine Ehemaligen ist diese Auszeichnung etwas ganz Besonderes: Mit Peter Hegemann zählt erstmals in der 425-jährigen Geschichte der Schule ein Nobelpreisträger zu den Abiturienten des KKG.

Wir gratulieren Peter Hegemann herzlich zu dieser großartigen Auszeichnung und wünschen ihm, dass er den Trubel der nächsten Monate genießen kann!